ICT in der Berufsbildung – Die BBBaden

In meinem heutigen Blog-Eintrag möchte ich euch eine interessante Schule vorstellen, die Berufsfachschule BBB (BerufsBildungBaden). Kaum eine Schule lebt die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien so konsequent. Kern des Schulkonzepts sind die sehr enge Zusammenarbeit der einzelnen Lehrpersonen untereinander, über die Nutzung einer fächerübergreifenden Lernplattform. Seit dem ersten Schultag besitzt daher jeder Lernende ein eigenes Notebook, da er auch in den Unterricht mitbringen muss. Dies bedingt natürlich eine besondere Infrastruktur. Alle Schulzimmer der BBBaden verfügen über die modernste ICT-Infrastruktur, die keine Wünsche offen lassen: interaktive Wandtafeln, Docking Station, Beamer, Kabel-Netzwerkanschlüsse für die Lernenden. Diese befinden sich überalle in dem Schulhaus. Das E-Learning soll den Prozess des Lernens ergänzen, was nicht heisst, dass das Ziel eine bessere Vermittlung von Lerninhalten ist, sondern der Erwerb von Medienkompetenzen sowie die Förderung von Selbstbestimmung beim Lernen.  Daher besteht für die Lehrpersonen die besondere Herausforderung darin komplexe Lehr-Lern-Arrangements zu kreieren, die dies überhaupt erst ermöglichen. Die Lernenden werden mit dieser Form der Verantwortung jedoch nicht allein gelassen. Im Rahmen einer Lernstrategienförderung lernen die Jugendlichen Methoden, die sie anwenden können, um sich für das selbstgesteuerte Lernen motivieren zu können. Diese sind auch im Wertebaum der Schule integriert. Dieser Wertebaum hat sechs Äste, von denen einer die Ethik im Umgang mit ICT beschreibt. Wahrscheinlich ist dies die grösste Herausforderung für die Lernenden: Am Ball bleiben, sich nicht ablenken lassen.

Gearbeitet wird mit der Lernplattform Moodle, auf der die Unterrichtsmaterialien zum Download bereit stehen. Die Jugendlichen bearbeiten diese weitestgehend selbstständig zu zweit oder allein. Die Lehrperson begleitet die Lernenden individuell, berät sie, stellt Kontrollfragen. Wichtige Punkte werden in der Klasse besprochen. Ihre Ergebnisse laden die Lernenden innerhalb bestimmter Fristen auf die Lernplattform. Sie erhalten daraufhin eine Rückmeldung oder Bewertung per Mail. Auf diese Weise ist der gesamte allgemeinbildende und berufskundliche Unterricht nach Fächern, Modulen und Themen auf der Lernplattform abgebildet. Die Lerhpersonen bereiten diese in Gruppen bis ins Detail vor. Dies lenkt die Konzentration auf die didaktische Umsetzung im Unterricht. Diese Idee soll nun flächendecken in der gesamten Schule umgesetzt werden und das Papier als Medium komplett ergänzen.

Advertisements

Apple und Schule

Apple lockt Lehrer mit Rabatten, Reisen und Seminaren. Diese Überschrift eines Artikels, den ich auf der Homepage von Der Sonntag gefunden habe, ist Grundlage dieses Blog-Eintrags.

Dieser Zusammenhang wird nicht ganz unkritisch gesehen. So gab es schon Stimmen, dass einzelne Lehrer sich von Apple kaufen lassen. Diese Stimmen sind nicht wirklich verwunderlich bei einem Marktanteil von Apple in Höhe von 70% an Schweizer Schulen. Daher wird häufig deren Marketing-Strategie angeprangert. Der Slogan: „Die innovativsten Lehrer der Welt“. Doch was steckt dahinter? Ziel von Apple ist es natürlich Lehrende anszusprechen und in diesem Markt Fuss zu fassen.

Die Lehrer sollen mit Produkten von Apple in ihrem Unterricht arbeiten d.h. auch mit den Lernenden, was unter Umständen eben zu hohen Bestellmengen führt. Wer dazu gehört darf sich „Apple Distunguished Educator“ nennen, bisher 28 Lehrpersonen in der Schweiz. Auf der Homepage steht daher auch geschrieben: „Mitglied des ADE Netzwerks zu sein, ist etwas Besonderes für einen selbst – aber es ist vor allem eine Chance, wirklich etwas zu bewegen.“ Ein 7-köpfiges Team plant nur diese Umsetzung in der Schweiz. Aber was bekomme ich nun tatsächlich als Lehrkraft?

Da wäre zum einen die kostenlose Teilnahme an natinonalen und internationalen Seminaren sowie das kostenlose Testen neuer Software. Geplant ist Schweizer Schulbücher für den Unterricht mit dem I Pad verfügbar zu machen und sogar ein eigenes Weiterbildungsprogramm mit dem Namen „Apple Professional Development Programm“ wird umgesetzt. Arbeitet man dort als Kursleiter und gibt seine Erfahrungen an andere Lehrer weiter, so erhält man angemessene Honorare.

Viele sehen dies aber wie oben beschrieben kritisch. Ist ein Lehrer dann noch unabhängig wenn er derart mit einem Konzern verbunden ist? Oder dient man dann eher dem Konzern als der Schule? Kommen sie dann tatsächlich in einen Interessenkonflikt, wenn sie für Apple werben? Ich finde es schwierig diese Fragen zu beantworten, muss man doch gerade heute vorsichtig sein, mit wem man zusammenarbeitet und wie eng. Ich denke, für mich kann ich dies ausschliessen da ich es geniesse selbst zu entscheiden was ich mache.

IKT Erfahrungen

So nun heute mein erstes Feedback nach einem halben Jahr IKT. Wir haben nun drei Module bearbeitet und ich muss sagen, meine anfängliche „Überheblichkeit“, dass ich vieles schon weiss und dass das alles gut machbar ist, ist immer mehr der Einsicht gewichen, dass ich doch ziemlich unerfahren bin. Also grosse Klappe und nichts dahinter? Kann man wohl leider so sagen 🙂 Freitag-Abend, ich habe mir vorgenommen alles für Montag fertig zu machen, plane so 2 Stunden ein, da ich mir ja schon einen Überblick verschafft habe und starte. 4 Stunden später, ich sitze immer noch dran. So viele Begriffe, viele geöffnete Seiten und ein grosses Wirrwarr in meinem Kopf. Ich verstehe zum Teil Bahnhof und google erst einmal jeden zweiten Begriff. Ich bin wohl eher der Typ „Anwender“ wenn ich etwas gezeigt bekomme und nicht der Typ „Selbst-Aneigner“. Mein treuer Begleiter während den 4 Stunden war folglich google und leo Wörterbuch. Es war zwar nach den 4 Stunden geschafft, aber so ganz klar ist mir das ein oder andere immer noch nicht. Meine Personal Learning Enviroment steht, aber es fühlt sich so gar nicht wie meine Umwelt an, eher wie ein fernes undursichtiges Land, dessen Sprache ich nicht verstehe, aber ganz auf Zeichensprache setze. Gespannt bin ich darauf, was diigo noch so zu bieten hat. Ich konnte es prompt bedienen und ich denke, ich kann es vor allem auch für meinen Unterricht nutzen. Bisher habe ich Links immer in einer unsortierten Wordtabelle gesammelt. Die Vorstellung alles online in einem System mit Schlagwörtern zu sammeln sagt mir sehr zu. Gerade Links auf interessante Filmbeiträge waren auf Word immer sehr ungünstig zum Abspeichern. Mehrmals habe ich mir auch schon überlegt mit den Lernenden eine Blog anzulegen und sie zu ermutigen ihre Erfahrungen oder interessanten Themen auszutauschen. Andererseits bleibt im Alltag in der Berufsschule wenig Zeit dafür, so dass es meist bei unreflektierten Einträgen bleiben würde. Dies wiederum ist meiner Meinung nach dann sinnlos und verführt die Lernenden eventuell dazu irgendetwas dort zu notieren. Wenn man so etwas einsetzt sollte der Nutzen dieser Methode im Vordergrund stehen, d.h. es muss Thema, Klasse, Zeitpunkt, Zeitraum usw. stimmen damit es nicht einfach nur in zusätzlicher unzufriedener Arbeit auf beiden Seiten endet. Ansonsten stehe ich der PLE eher skeptisch gegenüber und glaube nicht, dass ich sie auf Dauer nutzen werde. Aber vielleicht lasse ich mich eines besseren belehren….

Moodle

So Moodle…ich bin noch unschlüssig, ob es Freund oder Feind ist. Seit 2011 gibt es an meiner Schule obligatorisch Moodle. Wobei das sehr unterschiedlich umgesetzt wird. Ich habe vor allem das letzte halbe Jahr versucht mich in Moodle einzuarbeiten und ein paar Ideen umzusetzen. Manches gelingt, vieles leider nicht. Das liegt einerseits an meinen fehlenden Kenntnissen, die ich hoffentlich in IKT noch ausbauen kann und andererseits aber auch an den fehlenden Einsatzmöglichkeiten in der Berufsschule. Viele meiner Kollegen nutzen es in erster Linie als Informationsplattform: Hausaufgaben geben, Erinnerung an Materialien oder Prüfungstermine bekanngeben. Ich würde sagen, dies sind circa 80%. Eigentlich eine in meinen Augen deprimiernde Zahl, da ich Moodle bisher nicht (nur) als Informationsplattform wahrgenommen habe. Mein Vorteil war, dass ich doch einiges aus der PH mitnehmen konnte und zumindest eher die Möglichkeiten hinter einer solchen Plattform erahnen konnte, Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich gute Moodle- Seiten für meine verschiedenen Klassen habe, aber ich versuche mich immer wieder weiterzuentwickeln. Was mich vor allem hindert ist, dass man meist selbst für kleine Aktionen mindestens 10 Klicks benötigt, man teilweise wenig Überblick hat, viele verschiedene Herangehensweisen hat und diese immer wieder vergisst, wenn man es nicht regelmässig nutzt. Bisher habe ich in erster Linie Arbeitsblätter zum selbstständigen Bearbeiten auf Moodle, Links zum Üben von Buchungen etc, Filme, ich habe Lernende Glossare zu verschiedenen Themen anlegen lassen, die Lernenden haben über die Plattform virtuell Aktien gekauft und verwaltet, über Foren alte LAPs besprochen usw. Leider sind das bisher auch nur Fragmente, da es doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich würde gerne einmal grössere Projekte starten, die tatsächlich dann Online-Lernarrangements sind. Hat da jemand schon Erfahrung und Ideen? Wer arbeitet denn mit Moodle und was macht ihr so?Bin über Ideen, Hilfe, Austausch etc. froh.

Am Anfang hat mir vor allem dieses Dossier geholfen, da es ganz verständlich und einfach die ersten Schritte erklärt.

http://www.e-lisa-academy.at/dl/MoodleHandbuchLehrerInnen-1.9.pdf

Leider habe ich noch keine Beispiele von komplexen Umsetzungen gesehen. Mich interessiert wirklich mal, wie sowas richtig professionell aussieht.

Hier mal das, was ich bisher so geschafft habe 🙂

Filme einfügen, Informationsmaterial verlinken, Foren und Glossar anlegen.

SF.tv und Medien

Ich arbeite im Unterricht viel mit dem Bereich SF myschool auf http://www.sf.tv. Es gibt dort immer wieder interessante Beiträge, inklusive Arbeitsblätter, die ich integrieren kann. Ich möchte an dieser Stelle einach mal vorstellen, was es alles auf dieser Seite zu entdecken gibt.

Positiv finde ich, dass die Themen immer schülergerecht aufgearbeitet werden.

Einen interessanten Beitrag zum Umgang von Jugendlichen mit den neuen Medien bietet der kurze Film „Digitale Gefahr“.

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=08332dd0-d136-4c6e-996e-bd9f7c533e96

Es gibt eine interaktiven Video-Guide, der Jugendliche dabei unterstützt mit Kamera und Mikrofon zu arbeiten. Dieser Kurs ist als Online-Lehrgang gestaltet. Ich denke gerade für eigene Videos gibt es im Unterricht viele Möglichkeiten. Mehrmals habe ich mir bereits überlegt, die SchülerInnen eigene kleine Lernvideos gestalten zu lassen und sie dann nachkommenden Lehrlingen zur Verfügung zu stellen.

http://www.wissen.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/01/04/SF-Wissen-Uebersicht/Videoguide-Lernen-von-den-Profis

Besonders angetan hat es mir die umfassende Reihe sfmyschool Politik. Dieses Online-Angebot befasst sich nicht nur mit dem Thema Politik an sich, sondern möchte vor allem die Medienkompetenz der Jugendlichen fördern. Hierfür das Thema Politik zu wählen, das bei den SchülerInnen zunächst immer auf wenig Begeisterung stösst finde ich gut. Schüler lernen Medien kritisch zu reflektieren: Wie werden Bilder eingesetzt? Was ist Echt, was Fälschung? Wie stellen sich Politiker in der Öffentlichkeit dar? Hierfür gibt es extra Unterrichtsmaterialien, die in Zusammenarbeit mit dem Bereich Medienbildung der Pädagogischen Hochschule entstanden sind.

http://www.sendungen.sf.tv/myschoolpolitik/Nachrichten/Archiv/2011/11/16/Medienkompetenz/Unterrichtsmaterial

Neben diesem Unterrichtsmaterial bietet dieser Themenbereich gute und kurze Videos, die aufzeigen, was ein gutes Interview ausmacht. Spätestens im 2. Lehrjahr führen die Jugendlich bei uns an der Schule Interviews im Rahmen ihrer Selbstständigen Arbeit durch. Hierfür ist dies eine gute Vorbereitung.

http://www.sendungen.sf.tv/myschoolpolitik/Nachrichten/Interview-Einmaleins

Insgesamt gibt es zwölf Filmbeiträge zum Thema Politik, Wählen etc., die zu einem grossen Teil bereits aufgearbeitet sind.

Weitere interessante Links für den Staatskundeunterricht sind:

www.civicampus.ch

www.parlament.ch

www.ich-will-waehlen.ch

www.ch.ch

www.politischebildung.ch

Diese Links sind alle von mir mehrfach genutzt worden und ich kann sie nur empfehlen. Auch setze ich Beiträge von sf.tv im Wirtschafts und Rechtsunterricht  fast täglich ein. Sei es ein kurzer Beitrag über Mietzinssenkungen im Mietrecht oder aktuelle Entwicklungen in der Konjuntkur. Und ein ganz grosser Vorteil hat dieses Vorgehen. Die Lernenden merken sofort, dass sie mit den Themen, die wir behandeln tagtäglich konfrontiert sind.

Wikipedia – Fluch oder Segen?

Die Lernenden im 2. Lehrjahr E-Profil verfassen eine sogenannte Selbstständige Arbeit (SA). Sie suchen sich eigenständig eine These oder Fragestellung, die sie anschliessend bearbeiten. Hierfür haben sie mehrere Wochen Zeit.

Ich hatte nun wieder die Ehre einige SAs aus meiner Klasse zu korrigieren. Mir ist wieder einmal aufgefallen wie schwer es den Schülern fällt geeignete Quellen zu finden, die es ihnen ermöglicht eine These stichhaltig zu wiederlegen bzw. eine Frage argumentativ zu beantworten. Quelle Nr. 1 ist wikipedia,  gefolgt von Lieblings-Quelle Nr. 2 Blick bzw. 20 Minuten. Wikipedia wird von den meisten genutzt. Wer schaut nicht zuerst bei wikipedia nach? Oder anders gefragt, wer schlägt in einer traditionellen Enzyklopädie in Buchform nach? Meist ist dies ja auch der erste Treffer bei einer Suche bei google. Bei den einen verpönt, von anderen gelobt – wie gut oder schlecht ist wikipedia wirklich und vor allem wie sollten Schulen damit umgehen?

Interessant ist, dass es bei wikipedia auch eine Eintrag zu „Wikipedia im Bildungssystem“ gibt. Er beschäftigt sich genau mit der Frage, wie zuverlässig die Inhalte sind und  für welche Zwecke eine Verwendung Sinn macht. Was aber spricht nun für und was gegen wikipedia?

Die Gegner von wikipedia bringen oft an, dass es ein wiki ist d.h. jeder kann  mitmachen und anonym Beiträge veröffentlichen kann. Dies widerspricht dem wissenschaftlichen Prinzip, wo ein Wissenschaftler mit Namen publiziert – so das Argument. Die Befürworter halten entgegen, dass gerade durch die Beteiligung vieler Autoren der Artikel immer besser wird. Auch werden die Artikel gesichtet, bevor sie freigeschaltet werden.

Aber wie gehe ich nun im Schulalltag damit um? Ich persönlich habe einige Vorbehalte gegenüber wikipedia und sage meine Schülern immer, dass sie dies als Ausgangspunkt für ihre Recherche nehmen sollen aber mir bitte keine SA abgeben, die als einzige Quelle wikipedia angibt. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung.

Ich bin bei meiner Recherche auf das Schulprojekt „wikimedia macht Schule“ aufmerksam geworden. Der Verein bietet sowohl Lehrenden als auch Lernenden workshops an, die den richtigen Umgang mit Quellen zum Inhalt haben. Unter folgendem Link gibt es weitere Informationen und Erfahrungsberichte von Schulen:

http://wikimedia.de/wiki/Schulprojekt